Spieglein Spieglein Die St. Felix Schule überzeugt mit kritischem Theaterstück
Sie denken, Sie kennen die Geschichte über Schneewittchen und die sieben Zwerge? Falsch gedacht. Die Tanz- und Theatergruppe zeigte die wahre Geschichte dieses Klassikers. Aufgeführt wurde eine Neuinterpretation, bei der es um Social Media, Emanzipation und die Suche nach der inneren Schönheit ging. Durch den Abend führte die Böse Königin (Lakysha Seebauer) höchstpersönlich. Sie gibt zu, dass sie eifersüchtig auf die Schönheit von Snowy (Alessa Haugg) war, allerdings nie einen Mordversuch gestartet hätte. Zuerst wurden die Zwerge vorgestellt: Die etwas nervöse Worry war etwas geschockt, dass gerade sie als Erste dran war. Celest hatte „gar keinen Bock“ und war genervt von allem, dafür tanzte der quirlige Sunny seinem Namen getreu zum Lied „Sunny“, um sich vorzustellen. Immer wieder gab Schlaubi, bzw. gendergetreu Schlauberine, ihren allwissenden Senf dazu. Checka rappte seine Vorstellung auf das bekannte Lied der Fanta Vier „Die da“. Und selbstverständlich gab es auch eine sehr traditionelle, wenn nicht sogar etwas in der Zeit hängen gebliebene Originalzwergin, die Blumen verteilte. Nach dieser Einführung kam Schneewittchen auf die Bühne und erklärte: „Das bisschen Haushalt macht sich von allein“ – von wegen! Putzen Sie mal für sieben Zwerge! Der Prinz (Semino Habedank) durfte natürlich auch nicht fehlen. Allerdings gab es hier eher eine sehr prollige Variante, welche die emanzipierte Hauptdarstellerin mit den Worten „Igitt, du kannst doch niemanden ungefragt küssen“ zurückwies, nachdem sie in Ohnmacht gefallen war. In Ohnmacht gefallen war diese, da die siebte Zwergin Princess ihr einen Zaubertrank in ihrem „Apple-Martini“ untergejubelt hatte, da sie es war, die es nicht ertragen konnte, nicht mehr die Schönste zu sein. Als Spezialeinlage bekam die Königin Besuch von ihren Freundinnen Maleficent (Theaterstückschreiberin Michaela Scheck) und Cruella de Vil (Lehrerin Miriam Bayer), welche sogleich den sprechenden Hund Rex als ihr neues Kleidungsstück ins Auge fasste. Durchgehend sehr gefragt war natürlich „Der Spiegel“, dargestellt von Latina Habedank. Dieser wurde von allen befragt, um sich Tipps für den Gartenanbau abzuholen, lustige Katzenvideos zu versenden, die angesagtesten Clubs auszuchecken und natürlich die altbekannte Frage zu beantworten: Wer ist die Schönste im ganzen Land! Beantwortet wurde die Frage zum Schluss von einer Gruppe Cheerleader, die es auf den Punkt brachten: „Die Schönste ist, wer ehrlich lacht, wer liebt, wer fühlt, wer Güte macht!“ Als letzten Höhepunkt tanzten alle zum Lied „Verliebt in mich“ und trugen so die Message zu den Zuschauern: Sei einfach du selbst! Sowohl Schulleiter Rainer Hetz als auch die Autorin und AG-Leiterin Michaela Scheck waren mehr als stolz auf die 17-köpfige Gruppe, die wieder einmal gezeigt hatte, welch Potenzial in ihr steckt. Großer Dank ging an alle Helfer, ohne die eine solche Vorstellung nicht denkbar wäre. Dazu gehörte auch der Elternbeirat, der in der warmen Aula alle Gäste mit Essen und Getränken bewirtete.