Der Frauenbund St. Konrad aus Weiden erlebt die Deutsch-Deutsche Geschichte hautnah
Dass „Little-Berlin“ im Norden Bayerns liegt, diese und viele andere Informationen erfuhren die 40 Frauen und Männer, die auf Einladung des Kath. Frauenbundes St. Konrad am Bus-Ausflug in das Deutsch-Deutsche Museum in Mödlareuth teilnahmen. Die Organisation hatten Regina Weiß und Gaby Narozny von der Vorstandschaft übernommen. Nach einer entspannten Kaffeepause im 2025 neu gebauten Museumsgebäude begrüßte die Gästeführerin Frau Annika Popp die Gruppe und führte anhand einer Fotoshow und eines Films über den Alltag an der Grenze in die Geschichte des Ortes ein. Nach Ende des 2. Weltkrieges wurde Deutschland in 4 Besatzungszonen aufgeteilt, wobei der Ostteil des kleinen Dorfes Mödlareuth zur sowjetischen Besatzungszone und der Westteil zur amerikanischen Besatzungszone fiel. So nannten die Amerikaner nach Ende des 2. Weltkrieges das Dorf am „Ende der Welt“ „Little Berlin“, denn das war der einzige Ort neben Berlin, durch den bis 1990 eine Mauer ging. Ab 1949, nach Gründung der beiden deutschen Staaten, so erklärte die Führerin, gehörte dann das östliche Mödlareuth zur DDR, das westliche zur Bundesrepublik. Im Jahre 1952 änderte sich die Situation schlagartig und nach Beschluss der DDR-Regierung wurden zwischen beiden Ortsteilen Metallzäune, Beobachtungstürme, Bunker, Selbstschussanlagen und zuletzt eine 700 Meter lange Betonmauer gebaut. Jeglicher Kontakt zwischen den Dorfbewohnern war unmöglich, viele Fluchtversuche und Unfälle gab es an dieser Grenze. Interessiert verfolgten die Ausflügler den beeindruckenden Ausführungen im gezeigten Film. Nach dem Mauerfall am 9.11.1989 in Berlin wurde der Schießbefehl an der Grenze aufgehoben und die Reisefreiheit möglich. Die gesamte Dorfgemeinschaft von Mödlareuth feierte im Juni 1990 den Abriss ihrer Mauer. Im 5000 qm großen Freigelände zeigte Frau Popp anschließend die ca. 100 Meter lange Betonmauer, Metallgitterzäune, original Sperranlagen und den Beobachtungsturm, traurige Zeugen damaliger Zeit. Nach Ende der informativen Führung bestand noch Gelegenheit zur Besichtigung der Dauerausstellung im Hauptgebäude und des nahegelegenen Fahrzeugdepots. Am frühen Abend kehrte die Reisegruppe im idyllisch gelegenen Landgasthof Fattigsmühle ein. In gemütlicher Runde bei einer guten Brotzeit gab es in der Reisegruppe noch viel zu erzählen, danach ging es mit vielen Eindrücken im Bus wieder zurück nach Weiden.